Videotraining, Oktober 2005
Thema:
"Videotraining mit Georg Holzach"
oder
"Man kann dem Papst ein Doppelbett verkaufen!"
Protokoll des Meetings vom 25. Oktober 2005:
Präsidentin Anna-Katharina Horn eröffnete das Meeting und begrüßte sowohl den Referenten Georg Holzach als auch die zahlreich erschienenen Gäste und Mitglieder. Nach einigen einführenden Worten ging der Referent direkt in Medias Res:
Und wir sollten lernen, wie ...
Das "nette Spiel" startete. Aber es sollte auch ein "böses" geben ... hierzu jedoch erst später mehr ... Das "nette Spiel" beinhaltete die gleiche Aufgabenstellung für alle Anwesenden: Vor laufender Kamera 30 sec. über ein beliebiges Thema sprechen. Eine daneben sitzende Person sollte im Anschluß das Gesagte in eigenen Worten wiedergeben.
An diesem Punkt fragten sich einige schon, was wohl das "böse Spiel" wird, wenn das hier schon das "nette" war - 30 sec. vor laufender Kamera können schließlich (vorab schon mal Entschuldigung für die Wortwahl) verdammt lange werden ... Doch alle meisterten die Aufgabenstellung und füllten die 30 sec. mit mehr oder weniger sinnvollem Inhalt - der eine ganz selbstverliebt über sich selbst, der andere über deutsche Autobahnen und der nächste - ganz Politiker - schlicht über gar nichts. Doch auf den Inhalt kam es gar nicht so sehr an - und wie wir später noch erfahren sollten, kommt es auf diesen auch gar nicht immer unbedingt an ... doch auch hierzu erst später mehr. Im Anschluß wurden die Videoergebnisse auf der Leinwand angeschaut und besprochen.
Folgende Problematiken waren für die Beteiligten zu erkennen:
- Es ist extrem schwierig, mit einer Kamera zu sprechen, da keine Reaktion kommt
- Man hat plötzlich "zu viele" Hände und weiß nicht, wohin damit
- Zuhören an sich ist schon schwierig, aber dann auch noch das Gesagte unverfälscht wiederzugeben noch schwieriger (da wird z.B. schon mal aus jemandem, der in einem Unternehmen für Spirituosen arbeitet, ein Mensch, der zu Alkohol eine hohe Affinität hat oder fast schon ein Alkoholiker ...)
Wer von den Vortragenden/ Zuhörern bleibt am besten in Erinnerung und warum
- Gesagtes, das von Herzen kommt/ aus einer tiefen Überzeugung heraus bleibt im Gedächtnis
- Zusammenfassungen des Gesagten bleiben in Erinnerung, wenn sie charmant und prägnant sind
Folgende Learnings lassen sich aus der Video-Erfahrung ableiten:
- Kurz und prägnant Formuliertes kommt stark & überzeugend rüber
- Pausen verstärken Gesagtes
- Statements, die zu ausführlich sind (zu viele Sätze aneinander gereiht) und stimmlich auch noch betont werden, indem die Stimme am Ende nach oben geht, sind für denjenigen, der das Interview schneiden muß, eine mittlere Katastrophe und außerdem für den Zuschauer schwer nachzuverfolgen
Wie verhalten ich mich vor einer Kamera:
- Kleidung: Nicht zu rot, schwarz, weiß oder zu klein gemustert (kleine Muster flimmern)!
- Nicht frontal, sondern leicht seitlich zur Kamera stehen (evt. ein Bein ein wenig vor das andere setzen)
- Sitzend am besten seitlich (3/4 zugewandt). Die Beine kann man übereinander schlagen, dann aber bitte dem Publikum zugewandt
- Bei Interviews, die am Tisch sitzend geführt werden (wie z.B. bei Beckmann), nicht auf den Tisch aufstützen. Aufrecht sitzen, Schultern zurück (nicht im Sessel "lümmeln")
- Man kann die Hände zusammennehmen, wie es viele im Videotraining instinktiv gemacht haben (dieser Automatismus läuft ab, weil man sich selbst spüren kann und dies Sicherheit gibt) Man kann aber auch durchaus etwas anfassen (z.B. Brille, Stift etc.), sollte aber auf zuviel/ hektische Bewegung verzichten. Wenn man als Vortragender sehr in der Thematik steckt, entwickelt man ohnehin eine natürliche Gestik
- Blick nicht zu sehr wandern lassen/ keine zu ausschweifenden Bewegungen, da das vor einer Kamera noch sehr viel intensiver wirkt
- Hat man einen Gesprächspartner, diesen ansehen (muß nicht immer direkt sein, aber man sollte den Blick in dessen Gesichtsfeld schweifen lassen)
- Nicht direkt in die Kamera schauen, es sei denn in einer Schalte (sprich beim Splitscreen, wenn 2 Interviewpartner sich scheinbar unterhalten)
- Nicht in Monitore schauen - das ist immer daneben!
- Am Ende des Gesagten Stimme senken und bewußt Pausen setzen (erleichtert auch den Schnitt)
Wie merke ich mir, was ich sagen möchte:
- Um sich die Punkte merken zu können, sollte man eine eigene Vorstellung von dem, was man sagen möchte entwickeln. Dies kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen und ist von Mensch zu Mensch verschieden:
- Sensuell: Man zählt innerlich die Finger pro Gedankengang ab
- Visuell: Man stellt sich bildlich ein Windowsprogramm vor, geht einen Weg ab o.ä.
Was tun, wenn ich keine Antwort parat habe:
- Dann machen wirs einfach wie die Politiker. Wir bleiben charmant, lächeln und erzählen das, was WIR eigentlich sagen wollten
Was tun, wenn negative/ unangenehme Themen angesprochen werden:
- Achte auf Deine Körperhaltung (Brust raus, Schultern zurück, aufrecht, Kopf hoch)!
- Kenne nur DEINE Geschichte
- Rede nur über Positives
- Benutze nicht die Worte Deines Gegners
- Aus der Luft gegriffene Aussagen ignorierst Du einfach
Was tun bei bohrenden Fragen, die ich nicht beantworten will/ kann, weil ich Wissen nicht preisgeben darf
- Achte auf Deine Körperhaltung (Brust raus, Schultern zurück, aufrecht, Kopf hoch)!
- Lächle und bleibe bei DEINER Variante
Ist das Gegenüber ganz hartnäckig hilft ein charmantes:
- "An Ihrer Stelle würde ich das auch wissen wollen, an meiner Stelle würde ich Ihnen keine Antwort geben."
- oder ein "Ich kann verstehen, dass Sie das wissen möchten.
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